NETZWESEN -- MACHT KOMMT VON MACHENveröffentlich in: Online-Guide Frauen & Netze, (rororo Sachbuch, 19873)
RENA TANGENS NETZWESEN - MACHT KOMMT VON MACHENKaum jemand käme wohl auf die Idee, dem Thema "Männer im Internet" ein Buch zu widmen. Wenn dagegen in den Medien das Thema "Frauen und die Datennetze" behandelt wird, wird meistens eine problembeladene Beziehungskiste geschildert: Frauen hätten keine Ahnung von Technik oder Angst davor oder interessierten sich überhaupt nicht dafür - deshalb seien so wenige Frauen online. Frauen, die dennoch im Netz seien, würden dauernd Opfer männlicher Anmache. Und im übrigen kämen Frauen im Netz vor allem passiv in Form pornografischer Bilder vor.Dem gegenüber lesen wir dann wieder die Schilderungen der wunderbaren Möglichkeiten, die die Netze bieten. Das vermittelt uns den Eindruck, bei Frauen gäbe es offensichtlich per definitionem immer irgendwelche Probleme... Von den immer wiederkehrenden gleichen Journalistenfragen genervt, stellte ich mir selbst die Frage, ob a) wirklich alles so schrecklich ist, b) welche Rolle die Technik in dieser Beziehung spielt und ob c) die Ursachen möglicherweise weniger bei den einzelnen Frauen als in grundlegenden Strukturen der Datennetze und unserer Gesellschaft zu suchen seien. Klar: "Anmache" und offenen Sexismus gibt es - ganz wie im täglichen Leben - auch in den Datennetzen. Ich kann mir aber - anders als im täglichen Leben - ganz in Ruhe meine Reaktion überlegen (Antworten, Löschen, Ignorieren), ohne daß es wirklich unangenehm oder gefährlich werden kann. In den Netzen entfällt die unmittelbare Bedrohung für Leib und Leben, die Auseinandersetzung läuft zwangsläufig auf der sprachlichen Ebene. Sexismus ist dumm, ärgerlich und lästig. Aber es ist nicht der offene Sexismus einzelner Männer, der Frauen daran hindert, gleichberechtigt am ökonomischen, politischen, kulturellen und eben auch am Netz-Leben teilzunehmen. Als viel schwerwiegender erweist sich etwas anderes, was dem gesamten System innewohnt: Androzentrismus. Während Sexismus offen die Minderwertigkeit von Frauen ("Frauen können nicht logisch denken") und die Rechtmäßigkeit von Rollenstereotypen ("Kinder, Küche, Kirche") propagiert, kommt der Androzentrismus auf ganz leisen Sohlen daher. "Androzentrismus" nennen wir die Wahrnehmung allen Lebens von einem männlichen Standpunkt aus - mit der daraus folgenden Unfähigkeit, das Leben von Frauen richtig beschreiben oder auch überhaupt wahrnehmen zu können. Androzentrismus bedeutet auch: Der Normalfall ist männlich, weiblich ist Zusatzeigenschaft, Sonderfall, Ausnahme. Die Gleichsetzung von Mensch und Mann geschieht weitgehend unterbewußt. Deshalb ist Androzentrismus ist weit weniger leicht als der offene Sexismus zu erkennen und diese Sichtweise ist vielfach auch von Frauen selbst verinnerlicht. Der Begriff "Androzentrismus" stammt aus der Wissenschaftskritik. In den 80er Jahren erforschten Wissenschaftlerinnen nicht mehr nur einzelne Themen aus feministischer Sicht, sondern begannen, die Institution Wissenschaft selbst kritisch zu untersuchen. Eine von ihnen ist Evelyn Fox Keller. Sie ist u.a. durch ihre Arbeit über die Genetikerin und spätere Medizin-Nobelpreisträgerin Barbara McClintock bekannt geworden (von der noch die Rede sein wird). DIE WISSENSCHAFTENEvelyn Fox Keller hat die feministische Wissenschaftskritik in vier Positionen eingeteilt, die von "liberal" bis "radikal" reichen. Die vier Stufen lassen sich anhand von Beispielen recht anschaulich erläutern. Und es ist spannend, diese Erkenntnisse auf die Datennetze zu übertragen. (Buchtip)1. Die erste davon stellt die weitgehende Abwesenheit der Frauen in den Wissenschaften fest. In den meisten Ländern Europas durften Frauen erst seit Anfang des Jahrhunderts überhaupt an Universitäten studieren, von daher haben sie noch keine eigene Tradition im Wissenschaftsbetrieb. Mittlerweile gibt es Frauen als Studentinnen in vielen Bereichen der Wissenschaft, ihr Anteil bei den Professorinnen jedoch beträgt nur sieben Prozent. Der Grund dafür sind u.a. Professorenseilschaften. Aber auch wenn bestimmte Bedingungen für Männer und Frauen gleich sind, sind sie trotzdem nicht gerecht. Zum Beispiel gibt es eine Regelung, die eine Altersgrenze von 35 Jahren für eine C1 Professur vorschreibt. Auch wenn diese für alle gilt, bedeutet dieses keine Gleichberechtigung, denn Frauen mit Kindern haben dadurch nicht die gleichen Möglichkeiten für eine Karriere als Professorin, während bei Männern ein Kinderwunsch keinen Einfluß auf den Beruf hat, weil in der Regel seine Frau die Kindererziehung übernimmt. Dies ist eine rein politische, liberale Kritik, die für Chancengleichheit eintritt. Nach dieser Auffassung wird die Wissenschaft selbst durch die An- oder Abwesenheit von Frauen in keiner Weise berührt. 2. Die Vorherrschaft von Männern in den Wissenschaften führt zu Einseitigkeit in der Auswahl und Definition der Probleme, mit denen sich Wissenschaftler beschäftigen. Empfängnisverhütung wird beispielsweise nicht das Maß an wissenschaftlichem Interesse entgegengebracht, das ihrer Bedeutung als Problem der gesamten Menschheit angegemessen wäre. Außerdem sind bisher in erster Linie Techniken erforscht worden, die von Frauen anzuwenden sind. So gibt es noch immer keine "Pille für den Mann"* in einer akzeptablen Darreichungsform. (* Die "Pille für den Mann" gibt es bisher nur als täglich zu verabreichende Spritze in der Universitätsklinik in Münster im Feldversuch. Die dabei gespritzten Testosterongaben führen zu einer zeitweiligen Unfruchtbarkeit, die mit erheblich weniger Nebenwirkungen einhergeht als die Östrogen/Gestagen-Pille für die Frau.) Androzentrismus führt zu Auslassungen bei der Themenauswahl und der Problemstellung für die Forschung: Wissenschaft ist also nicht wirklich universell. 3. Bei wissenschaftlichen Experimenten wird mit einseitig gewählten Faktoren gearbeitet. Zum Beispiel werden für Versuche zum Lernverhalten ausschließlich männliche Ratten verwendet, da weibliche Ratten einen 4-Tages-Zyklus haben, der die Auswertung der Experimente komplizieren würde. Mit dieser Versuchsanordnung - nur Rattenmännchen - wird aber unausgesprochen vorausgesetzt, daß die männliche Ratte stellvertretend für die gesamte Gattung steht. Wenn nun anschließend das Lernverhalten weiblicher Ratten getestet würde und es dabei zu anderen Ergebnissen käme, so würde dieses als Abweichung von der Norm, als Fehler beurteilt. Weiterhin werden Beobachtungen oft voreingenommen interpretiert. Zum Beispiel wird eine Affenhorde, die aus vielen Weibchen und einem Männchen besteht, vorschnell als "Harem" bezeichnet. Dabei kann diese Zusammensetzung auch ganz anders gedeutet werden, nämlich in dem Sinne, daß diese Affenweibchen das Männchen ausschließlich für die Fortpflanzung der Art brauchen, wofür eines pro Horde ausreicht. Androzentrismus kann also auch bedeuten, daß männliche Voreingenommenheit in die Forschungsmethoden (Gestaltung von Experimenten und Interpretation) einfließt: Wissenschaft ist also auch nicht wirklich objektiv. Diese ersten drei Beschreibungen von Androzentrismus machen deutlich, daß die Wissenschaft ihren eigenen Ansprüchen (Universalität und Objektivität) nicht genügt. Diese Richtung der Kritik wird "Better Science" genannt. Sie geht davon aus, daß die Qualität der Wissenschaften verbessert werden könnte, wenn endlich ein angemessener Frauenanteil auch in entscheidenden Positionen arbeitete, wenn frauenspezifische Themen behandelt würden, wenn die männliche Voreingenommenheit bei Forschungsmethoden und -interpretationen vermieden würde. Wissenschaft wird erst durch Berücksichtigung des Lebens von Frauen wirklich objektiv und universell und damit ihren eigenen Ansprüchen gerecht. Die Kritik zweifelt nicht an der Wissenschaft an sich, sie bleibt innerhalb des Systems. 4. Der vierte Androzentrismus Ansatz dagegen ist eine fundamentale Wissenschaftskritik. Sie stellt die Voraussetzungen der Wissenschaft selbst in Frage: Objektivität und Rationalität. Auch in diesen grundlegenden Prinzipien der Wissenschaft - wie überhaupt in unserer Kultur, in unserem Denken und in unserer Sprache - sei bereits männliche Voreingenommenheit enthalten. Der unbewußte Glaube an die Verbindung von Begriffen wie "Wissenschaft", "Objektivität", "Denken", "Autonomie", "aktiv" mit dem Geschlecht "männlich" auf der einen Seite, die von "Natur", "Subjektivität", "Intuition", "Verbundenheit", "passiv" mit dem Geschlecht "weiblich" auf der anderen Seite ist Bestandteil unseres Allgemeinwissens. Er erscheint uns so selbstverständlich, daß wir ihn nicht einmal mehr als Glauben wahrnehmen. Mythen aber haben in den Wissenschaften nichts zu suchen - also sind sie dingfest zu machen, ad absurdum zu führen und aufzulösen. Diese Gegensatzpaare (Wissenschaft - Natur, objektiv - subjektiv, autonom - verbunden, Denken - Intuition, aktiv - passiv, Mann - Frau) dienen dazu, die Welt in ein binäres System zu ordnen und sie so überschaubar und kontrollierbar zu machen. Sprache wird so zu einem Zeichensystem, das Wirklichkeit nicht beschreibt, sondern erst herstellt. Wissenschaft folgt keineswegs nur einer eigenen inneren Logik. Sie passiert nicht im luftleeren Raum, sondern wird durch ihr geschichtliches, politisches und kulturelles Umfeld beeinflußt. Zum Beispiel spiegelt die Auswahl der Forschungsthemen oft aktuelle politische und wirtschaftliche Interessen wider. Forschungsergebnisse werden von den Medien aufgegriffen und beeinflussen so die öffentliche Meinung. Wir können Wissenschaft also als sozialen Prozess begreifen, der immer zu einem Teil auch der Normierung und der Wahrung und Rechtfertigung von Herrschaftsinteressen dient. Vorgebliche Objektivität ist lediglich das Absolut-Erklären eines bestimmten subjektiven Standpunktes. Der Erkenntnisprozess und die Identität der Person, die diese Erkenntnis hat, können nicht getrennt gesehen werden: Erkenntnis beruht auf theoretisierter Erfahrung. Und die Erfahrungen, die Frauen und Männern in früher Kindheit machen, unterscheiden sich stark, da es in unserer Gesellschaft immer noch eine Arbeitsteilung nach Geschlecht gibt und die Kinderbetreuung überwiegend allein von den Frauen geleistet wird: So lernen Jungen mit der Ablösung von der Mutter zugleich die Abgrenzung vom anderen Geschlecht. Mädchen dagegen erleben ihre weibliche Identität beim Unabhängigwerden von der Mutter nicht als trennend. So können sich verschiedene Denkstile (z.B. bei der Betonung von Verbundenheit oder Unabhängigkeit) bei Frauen und Männern entwickeln. Objektivität erfordert nach herkömmlicher Meinung eine strikte Trennung von Forscher/in und Objekt. Nun wird verständlich, wieso diese Auffassung von Wissenschaft Männern eher entgegenkommt. Wissenschaftlerinnen, die anders forschen, haben es schwer. Die Wissenschaftlerin Barbara McClintock forschte in der Genetik und entdeckte die Transposition - das ist die Fähigkeit von Chromosomen, frei zu springen und damit die Geninformation zu ändern - das bedeutet, daß Organismen die Fähigkeit haben, sich selbst (z.B. in Streßsituationen) umzuprogrammieren. Barbara McClintock hat mit der Entdeckung der Transposition das zentrale Dogma der Genetik - Information fließt nur in eine Richtung - widerlegt. Barbara McClintock gab bei ihrer Forschung die strikte Trennung von Subjekt und Objekt auf. Sie versetzte sich selbst in Gedanken zwischen die Chrosomen, die sie unter dem Elektronenmikroskop betrachtete. Sie wurde zum Teil des Systems, um es besser verstehen zu können. Damit stellte sie sich in Gegensatz zur traditionellen Wissenschaft. Den Nobelpreis bekam sie erst viele Jahre später, nachdem ihre Forschungsergebnisse von anderen Wissenschaftlern mit anderen Methoden bestätigt worden waren. Schließlich richtet sich die Androzentrismus-Kritik auf die Motivation der Wissenschaftler: Suchen sie nach Erkenntnis um der Erkenntnis willen, um das Schicksal leichter bewältigen zu können oder ist ihr Ziel letztlich die Beherrschung der Welt? Der Wunsch, alles "in den Griff zu bekommen" verbindet Wissenschaft direkt mit Macht und Herrschaft. Ein Vorgang wird nur erforscht, um ihn möglichst effektiv manipulieren zu können. Doch das Streben nach Herrschaft kann den Blick trüben und zu falschen Vereinfachungen führen, zum Beispiel, alle Erscheinungen, die nicht ins Bild passen, unberücksichtigt zu lassen. Barbara McClintock dagegen gewann ihre Erkenntnisse gerade durch die intensive Beschäftigung mit Ausnahmen, denn sie war der Ansicht, daß diese keineswegs zufällig seien, sondern gerade aus den Ausnahmen viel Information zu erschließen sei. Wenn etwas nicht in das System paßt, dann nenne es nicht Mißbildung, Meßfehler oder Verschmutzung im Laborglas, sondern laß es zu. Wenn etwas nicht zu passen scheint, ist das eine Aufforderung, das nächstgrößere vieldimensionale Muster herauszufinden, in das es hineinpaßt. Diese Art zu forschen respektiert die Vielfalt der Natur als einen Wert an sich. DIE DATENNETZEWenn wir mit dieser Wissenschaftskritik im Hinterkopf einmal die Datennetze betrachten, dann können wir etliche Parallelen entdecken.1. Es gibt weniger Frauen als Männer in den Datennetzen - diese Aussage ist ein Gemeinplatz. Wie hoch der Frauenanteil prozentual ist, darüber gibt es unterschiedliche Schätzungen zwischen 4 und 20 Prozent. Klar ist auf jeden Fall, daß sie deutlich unterrepräsentiert sind. Die Ursache liegt zum einen darin, daß bisher weniger Frauen als Männer überhaupt einen Computer besitzen - und ein Computer ist nun einmal die Voraussetzung für die Teilnahme an den Datennetzen, solange es noch kein flächendeckendes Angebot von öffentlichen Orten mit frei zugänglichen Terminals gibt. Die meisten Frauen schaffen sich einen Computer auch nicht zum Spielen und Ausprobieren an, sondern erst dann, wenn für sie ein konkreter Anlaß, eine sinnvolle Anwendung damit verbunden ist. Frauen werden beispielsweise Netz-Teilnehmerinnen, wenn eine gute Freundin oder eins ihrer Kinder für längere Zeit ins außereuropäische Ausland geht, von wo die Kommunikation per electronic mail wesentlich schneller und unkomplizierter als mit der normalen Post. Mädchen bekommen übrigens seltener als Jungen von ihren Eltern einen Computer geschenkt, wenn sie sich einen wünschen. Von daher gibt es schon einmal ungleiche Zugangsmöglichkeiten zu den Netzen für Frauen und Männer. Viele Männer wünschen sich mehr Frauen im Netz, aber es gibt auch etliche, die sich das Netz unbewußt als frauenfreien Raum vorstellen und sich außerordentlich irritiert und gestört fühlen, wenn dann doch mal eine Frau in ihrer Domäne, beispielsweise einem Programmiererbrett, auftaucht. Wieviele Frauen nun tatsächlich aktiv sind, läßt sich nicht so ohne weiteres feststellen. Der Frauenanteil in den MailBox-Netzen wird nach meinen Erfahrungen jedoch allgemein unterschätzt. Das hat mehrere Gründe: Zum einen kann es sich bei Usernamen wie D.LOEBNER oder B.THOENS sowohl um Dietrich und Barbara als auch um Doris und Bernd handeln. Die Erfahrung zeigt, daß meist, wenn das Geschlecht des Gegenübers unbekannt ist, automatisch "männlich" vermutet wird - übrigens auch von Frauen. Ein weiterer Grund dafür, daß der Frauenanteil in den Netzen unterschätzt wird, liegt in dem unterschiedlichen Kommunikationsverhalten: Frauen nutzen weitaus häufiger den Weg der PM (personal mail = privater Brief an eine Empfängerin) für Antworten auf Nachrichten in Brettern, während Männer meist öffentlich auch für alle anderen lesbar im jeweiligen Brett antworten. Frauen sind durchaus präsent, aber als Folge dieser Zurückhaltung weniger sichtbar. In dem Maße, wie der Personal Computer zunehmend anstelle der Schreibmaschine zum normalen Arbeitswerkzeug für alle Schreibarbeiten wird, kommen mehr Frauen als Teilnehmerinnen in die Netze. Als Systembetreiberinnen eigener MailBoxen im Netz oder gar als Programmiererinnen von Netzsoftware dagegen sind sie noch eher selten. Hier zeigt sich die Parallele zum Wissenschaftsbetrieb: Studentinnen sind in einigen Studiengängen inzwischen mit über 50 Prozent vertreten, bei den wissenschaftlichen Mitarbeiter/innen und erst recht den Professuren dagegen sind Frauen immer noch deutlich unterrepräsentiert. 2. Der zweite Androzentrismusvorwurf - die Netze seien nicht universell
- läßt sich ebenfalls leicht nachweisen. Obwohl das Spektrum
der vorhandenen Themenbretter sehr weit ist (Programmieren, Musik, Politik,
Verbrauchertips, Umweltschutz, Kleinanzeigen, Gesundheit, Kochen, Spiele,
Utopien, Menschenrechte, Drogen etc.), fehlen doch etliche, die das Leben
und die Erfahrungswelten von Frauen betreffen. Beim ersten Nachdenken fallen
mir beispielsweise Verhütung, Diskriminierung, Gentechnik, Magie,
Kindererziehung, Mädchen, Selbstverteidigung, nichtsexistische Sprache,
Verfassungsdebatte und Teilzeitarbeit ein. Und es gibt sicher eine Menge
mehr "Frauen- Themen", die eigene Bretter verdient hätten. Bisher
wird beispielsweise der Paragraph 218 abwechselnd in den Brettern Politik,
Religion, Frauen, Gesundheit und Sex diskutiert.
3. Auch der dritte Kritikpunkt läßt sich in den Netzen nachweisen: Die Annahme, daß männliche Teilnehmer die Gesamtheit der Netzteilnehmer/innen repräsentieren, wird von den meisten verwendeten Programmen - damit also von den Werkzeugen, die von Männern wie Frauen im Netz genutzt werden - transportiert. Beispiel: Bei einem Netz-Programm gibt es in dem Formular, in das die persönlichen Daten der Teilnehmer/innen eingetragen werden, ein Kästchen "weiblich" zum Ankreuzen. "Männlich" gibt es dagegen nicht. Dies teilt unausgesprochen mit: Männlich ist der Normalfall, weiblich ist eine Zusatzeigenschaft, die extra angekreuzt werden muß. In dieser Weise transportiert das Programm die Sichtweise des (männlichen!) Programmierers. Programmtechnisch besteht nämlich keine Notwendigkeit, das so zu handhaben. Alternativ wäre ein sogenannter Radiobutton denkbar: Dabei stehen die verschiedenen Möglichkeiten, zwischen denen ausgewählt wird, gleichberechtigt nebeneinander. Auch sprachlich kamen Frauen zunächst in den Netzen nicht vor. In allen Programmen war stets nur von "dem Sysop" und "dem User" die Rede. Wie sollten sich Frauen da als selbstverständlich akzeptiert und willkommen fühlen? Dies änderte sich erst, als einigen Frauen ihr bewunderter Exotinnen-Status nicht mehr gefiel und sie sich auf allen Ebenen mit der Netz-Gestaltung auseinandersetzten. Das deutschsprachige ZERBERUS-MailBox-Programm war das erste seiner Art, das sowohl im Programm als auch im Handbuch bis hin zur technischen Dokumentation ganz bewußt Frauen ansprach. Die entsprechende neue Programmversion von ZERBERUS löste heftige Diskussionen im Netz aus über die Beziehung von Technik, Politik und Frauenbewegung. Die Argumente gegen den nicht-diskriminierenden Sprachgebrauch war vielfältig: Sprache sei nebensächlich, es sollte lieber an der realen Befreiung der Frau gearbeitet werden. Es sei albern, sich von der allgemeinen Form nicht angesprochen zu fühlen. Es sei laut Duden kein korrektes Deutsch. (Buchtip: "Das Deutsche als Männersprache" von Luise Pusch!) Einige Einsichten brauchen Zeit. Ein Programmierer, der zuvor auf dudenkonformer Schreibweise bestanden hatte, rief an, um mitzuteilen, daß er das mit dem Nicht-Angesprochen-Fühlen jetzt schlagartig verstünde: Gerade bei den Eltern ausgezogen hatte er ein Haushaltsgerät für seine eigene Küche gekauft und stellte fest, daß er in der Gerätebeschreibung als "Liebe Hausfrau" tituliert wurde... Eine theoretische Diskussion über diskriminierende Sprache in einem Brett anzufangen hätte vergleichsweise wenig Wirkung gehabt, da sich niemand von den Systembetreibern betroffen gefühlt hätte - aber durch das veränderte Programm wurden Fakten geschaffen, mit denen sich nun auch einmal die Männer auseinandersetzen mußten. 4. Auch die fundamentale Wissenschaftskritik läßt sich auf die Netze übertragen, sie richtet sich gegen die Grundlagen der Netzes selbst, seine Technologie und Struktur. Wer die Kontrolle über die Technik hat, hat Macht über Menschen, da er oder sie ihre Kommunikation überwachen kann. Persönliche Nachrichten, die ja von Rechner zu Rechner weitergereicht werden, bis sie den Empfängerrechner erreicht haben, können von dem Betreiber jedes Systems, das die Nachricht auf ihrem Weg passiert, ohne Probleme gelesen werden - es sei denn, die Nachricht wurde von der Absenderin verschlüsselt. Und bisher verschlüsseln nur Teilnehmer/innen konsequent ihre persönlichen Nachrichten, die sich mit der Technik auskennen und wissen, wie einfach das Mitlesen ist. Oder diejenigen, die den Inhalt ihrer Nachrichten als sehr vertraulich ansehen und solche, die bereits einmal schlechte Erfahrungen gemacht haben. Systembetreiber/innen, die auf den Problembereich Privatsphäre der Teilnehmer/innen angesprochen werden, weisen oft darauf hin, daß sie bei der Menge an durchlaufenden Nachrichten gar keine Zeit hätten, die Post anderer Leute zu lesen. Der entscheidende Punkt ist aber, daß es jederzeit möglich ist. (Hinweis auf PGP) Weiterhin ist für die Systembetreuung ersichtlich, wer sich für welche Themen interessiert - bei "Politik" und "Programmieren" weniger tragisch, aber bei "Drogen", "Antifa" und "Pyrotechnik" eventuell schon eine brisante Mischung, aus der sich weitgehende (wenn auch möglicherweise völlig falsche) Schlußfolgerungen ziehen lassen. Weiterhin gibt es in jedem Netzswerksystem die sogenannten Logfiles. Logfiles sind so etwas wie das Tagebuch der MailBox, in dem alle wichtigen Ereignisse festgehalten werden, also wer wann angerufen hat, wer eine Nachricht welcher Größe an wen verschickt hat, wann das System heruntergefahren wurde, wer versucht hat, das Superuserpasswort einzugeben etc. Logfiles sind notwendig, um Fehler im System feststellen zu können, nach verlorengegangen Nachrichten forschen zu können sowie für die Abrechnung der Kosten. Solch eine Ansammlung von Daten stellt aber gleichzeitig ein Herrschaftsinstrument dar, da es die Kontrolle der gesamten Kommunikation der Beteiligten ermöglicht. Im deutschen Bundesdatenschutzgesetz ist daher aus gutem Grunde festgelegt, daß solche Daten nur so lange aufbewahrt werden dürfen, wie es aus abrechnungstechnischen Gründen unbedingt erforderlich ist. Es ist allerdings nicht leicht, dafür zu sorgen, daß solche gesetzlichen Regelungen eingehalten werden, sobald die unbegrenzten technischen Möglichkeiten vorhanden sind. Noch schwerer ist es, auch die Einhaltung ungeschriebener sozialer, kultureller Regeln zu erreichen. Beispiel: Ein Netzknotenbetreiber, der 1994 aufgefordert wurde, eine mehrjährige Logfile-Sammlung zu löschen, antwortete, daß es sich erstens nicht um persönliche Daten handele (sondern nur, wer wann an wen eine Nachricht von welcher Länge geschickt habe!), zweitens, daß die Daten für die technische Fehlersuche eventuell noch gebraucht werden könnten, drittens, daß er sich weigere, die Logfiles zu löschen, da das ja nur ideologischer Unsinn sei, viertens, daß er die Mail- und Newsversorgung abklemmen würde, wenn weiterhin so unsinnige Forderungen an ihn gestellt würden. Wörtliches Zitat: "Ich als Techniker kann das beurteilen: Technologie hat mit Ideologie nichts zu tun." So wird die Behauptung, Technik sei neutral, unversehens selbst zur Ideologie. Informatiker neigen aus beruflichen Gründen oft dazu, alles unter Kontrolle haben zu wollen. Manche sehen das ganze Netz als ein einziges Programm an, das möglichst perfekt beherrscht werden muß, damit es funktioniert. User - also Menschen, die das Programm nutzen - werden von ihnen z.T. nur noch als Störfaktor wahrgenommen, der den geregelten Ablauf durcheinanderbringt. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, daß immer von "dem Internet" (in der Einzahl) die Rede ist - dabei gibt es das in dieser Form gar nicht. Tatsächlich handelt es sich um eine Vielzahl unterschiedlichster Netze, in denen verschiedene Inhalte, Diskussionsstile, Sitten und Gebräuche des Umgangs miteinander gepflegt werden. Diese Netze sind über das Internet Protokoll und Standleitung als Meta-Netz miteinander verbunden, zum Teil existieren sie auch ganz unabhängig davon und haben ihre eigenen Netzstrukturen auf Basis einfacher Telefonleitungen. Aber es gibt auch Beispiele für eine ganz andere Herangehensweise: Thomas Wieske, kurz "thw" genannt, Chef einer Netzwerkfirma in Hamburg, macht u.a. die Vernetzung für ein Institut, das den Fernsehstationen die Hochrechnungen und Wahlergebnisse bei allen Bundestags-, Landtags- und Kommunalwahlen liefert. Es gibt nur wenige Programmierer in Deutschland, die eine solche Aufgabe überhaupt bewältigen könnten. Auf die Frage, wie er es eigentlich schaffe, solch komplexe Netzwerke zu konzipieren, antwortete er einmal: "Ich stelle mir einfach vor, ich wäre ein ip-Paket[3] und wo ich dann langlaufen würde." Diese Antwort ist gleichzeitig genial, sympathisch und bescheiden. Und sie erinnert stark an Barbara McClintocks unkonventionelle Forschungsmethoden. Die Nobelpreisträgerin: "Ich hatte das Gefühl, je mehr ich mich mit ihnen beschäftigte, desto größer und größer wurden die Chromosomen, und wenn ich wirklich mit ihnen arbeitete, dann war ich nicht außen vor, ich war mitten drin. Ich war ein Teil des Systems." 1 ODER 0Die fundamentale Kritik läßt sich aber noch weitertreiben: Die Grundlage der Datennetze ist eine Technik, die logisch auf der strikten Unterscheidung von 1 und 0 aufbaut - also ein weiteres binäres System, das die Welt zwei entgegengesetzten Polen zuordnet. Wie sollte eine solche Technik in der Lage sein, dem Leben von Frauen oder auch dem Leben aller Menschen in all seiner Komplexität gerecht zu werden?Wann auch immer wir vor die Entscheidung 1 oder 0 - ja oder nein - gestellt werden, sollten wir nicht vorschnell antworten, sondern zunächst überlegen, ob die Frage dem Problem überhaupt angemessen ist. So entbrennt im Netz immer wieder aufs Neue die Kontroverse um anstößige Inhalte in öffentlichen Netzbrettern. Dabei wird zumeist die folgende Alternative aufgemacht: Entweder wir reglementieren alles ganz streng und es gibt Zensur - oder aber alles ist erlaubt, jede/r macht, was er/sie will und damit basta. So whose side are you on? Diese Art der Fragestellung sollten wir uns nicht aufzwingen lassen! Schließlich ermöglichen uns die Netze nicht nur einfach Ja-Nein Entscheidungen per Knopfdruck, sondern lebendige Diskussion, an der sich alle beteiligen können und in der so etwas wie ein Konsens gefunden werden kann. Schauen wir uns das einmal an einem konkreten Beispiel an: Pornografie im Netz (wie bereits erwähnt, immer wieder ein beliebtes Thema für die Medien). Dabei sollten wir nicht die Frage stellen "Zensur ja oder nein?", sondern "Was ist überhaupt Pornografie?". Erst danach sollten wir uns überlegen, wie wir mit welcher Erscheinungsform davon umgehen wollen. Anstatt Pornografie nun möglichst eng einzugrenzen (etwa auf konkrete Darstellungen von Gewalt oder gar wieviel Zentimeter von welchem Körperteil entblößt sein müssen), um den Tatbestand in Gesetze fassen und zensieren zu können, kann es viel produktiver sein, den Begriff ganz im Gegenteil weit umfassender zu sehen: Also so etwas wie das pornografische Element in den Dingen zu entdecken. Wir könnten das auch nennen: Pornografie ist die erotische Darstellung von Herrschaftsverhältnissen. In diesem Sinne sind auch die Groschenhefte mit trivialen Liebesromanen, die von Frauen massenhaft konsumiert werden, nichts anderes als Porno. Ab wann wir uns durch eine Darstellung beschämt, beleidigt, verletzt, herabgewürdigt fühlen, ist unterschiedlich und wird individuell verschieden empfunden. Es läßt sich nicht in 'objektive' Gesetze fassen. Deshalb ist aber noch lange nicht alles egal - Diskussion über Empfindungen, Normen und Regeln sind notwendig, Grenzen sind Gegenstand von ständiger Aushandlung in einer Gemeinschaft. CHANCEN FüR FRAUENBis hierher war viel von dem männlichen Geist, der den Netzen innewohnt, die Rede. Doch nun die gute Nachricht: Die Kommunikation über die Datennetze hat erhebliche Vorteile, die sie gerade für Frauen attraktiv macht. Einige Beispiele:Die Teilnahme am öffentlichen Diskurs ist in den Datennetzen unabhängig von Ort und Zeit. Mobilität ist nicht mehr zwingend notwendig und auch nicht die Anwesenheit an einem bestimmten Ort zu bestimmten Tageszeiten. Ein unbestreitbarer Vorteil für Frauen, die sich wegen ihrer Mehrfachbelastung oft ihre Zeit besonders sorgfältig einteilen müssen. Es werden nicht ständig neue teure Geräte benötigt; mit einem einfachen PC, einem Pointprogramm, einem Modem und einer Telefonleitung kann jede dabeisein. Nach kurzer Einlernzeit ist die Bedienung eines Point- bzw. MailBox-Programmes erheblich einfacher als etwa die einer feature-überladenen Textverarbeitung. Weiterhin brauche ich für die Kommunikation in einer MailBox keine laute Stimme; ich kann meine Beiträge einem großen Personenkreis zugänglich machen, kann dabei in Ruhe formulieren und werde nicht unterbrochen. (Frauen werden ansonsten in Diskussionen signifikant häufiger übergangen oder unterbrochen als Männer.) Das sonst latent vorhandene Bewußtsein für mögliche tätliche Übergriffe entfällt. Ich kann mich jederzeit zu dem Beitrag eines / einer anderen äußern und kann mich entscheiden, ob ich das öffentlich in einem Brett oder privat mit einer persönlichen Nachricht tue. Die Netze könnten von der Frauenforschung genutzt werden, um beispielsweise regelmäßigen Kontakt zu Frauenprojekten im Ausland zu unterhalten, für den Austausch der Wissenschaftlerinnen untereinander und die Verbindung zur 'Basis', also zu den Resten der autonomen Frauenbewegung. Frauenprojekte können Veranstaltungen und Aktionen netzweit bekannt machen. Rundbriefe sind über die Netze schneller und kostengünstiger (keine Druckkosten, kein Porto), verschickte Texte können von den Empfängerinnen direkt weiterverarbeitet werden. Mit eigenen Brettern können neue Versammlungsorte geschaffen werden für produktive und kontroverse Diskussionen unter Frauen. Hier können Informationen verbreitet werden, die ansonsten wenig Chancen hätten, veröffentlicht zu werden, wie zum Beispiel die einfach und nebenwirkungsarme Abtreibung zum Selbermachen - die "Eiswürfelmethode" - ein Tip aus Österreich. IN DEN ÖFFENTLICHEN DISKURS EINSTEIGENFrauen können durch eigenes öffentliches Schreiben im Netz wahrnehmbar werden und ihre Auffassungen, ihre Art zu leben, zu einem lebendigen Anhaltspunkt für die Orientierung anderer Menschen machen. Das Motto "Das Private ist politisch" könnte in diesem Rahmen eine Neuauflage erleben - von der persönlichen Betroffenheit zur Wahrnehmung von Gemeinsamkeiten. Darüber hinaus: Das Netz gibt Frauen ein Medium an die Hand, neue Themen in die Gesellschaft zu tragen.Frauen tun gut daran, sich nicht von Männern als Netz-Exotinnen oder vermeintlich ach so friedliebende Wesen auf den Sockel "Außer Konkurrenz" stellen zu lassen, sondern Auseinandersetzung, Kritik und Aggression für ihre konstruktive Arbeit zu nutzen. Sie sollten sich nicht bei dem ersten Gegenwind aus der öffentlichen Diskussion zurückziehen. Viele Frauen neigen leider dazu, nach den ersten öffentlichen Auseinandersetzungen nur noch mit Menschen kommunizieren und zusammenarbeiten, mit denen sie gleicher Meinung sind und nur noch private Nachrichten zu schreiben. Sie sollten selbstkritischer gegenüber ihrem eigenen Konformismus, ihrem Selbstmitleid und ihrer Anpassungs- und Harmoniesucht zu werden. Frauen sollten sich klarmachen, daß negative Reaktionen im Netz häufiger in Form einer Nachricht artikuliert werden - das zustimmende Kopfnicken von vielen anderen, das in einem Gespräch so wichtig ist, können sie in diesem Medium nicht sehen. Solidarität im Netz bedeutet also auch, häufiger einmal eine positive Rückmeldung auf etwas Gelesenes zu geben. Frauen sollten sich auch in den Datennetzen sowohl eigene Freiräume (wie z.B. in den Frauennetzen WOMAN und FemNet) schaffen, aber sich auch bewußt der allgemeinen öffentlichen Diskussion und Kritik stellen. DIE TECHNISCHE ENTWICKLUNG BEEINFLUSSEN"Technik an sich ist neutral. Es kommt darauf an, was man damit macht." Eine der ärgerlichen Binsenhalbwahrheiten, die durch das häufige Wiederholen auch nicht besser werden. Gewiß: Mit einem Messer können wir sowohl Gemüseputzen als auch Amoklaufen. Klar können wir uns frei entscheiden, aber wie auch sonst im Leben werden uns einige Wahlmöglichkeiten eben leichter gemacht als andere. Einige sind naheliegend und scheinen uns selbstverständlich, andere hingegen werden wir nicht einmal in Erwägung ziehen, da sie für uns unsichtbar geblieben sind. Ein Computer-Programm kann alle möglichen Features beinhalten - es reicht aus, eine wichtige Funktion als Unterpunkt in der dritten Ebene eines Menüs unterzubringen, und die überwiegende Mehrzahl wird diese Funktion niemals verwenden. Hier kommt es also auf die Sicht der Programmierer/innen an.Es liegt auf der Hand, daß Frauen Einfluß gewinnen können,
wenn sie in die Programmierung von Netzsoftware einsteigen, weil eben diese
Software unsere Kommunikation in bestimmten Bahnen lenkt. So könnten
Programmiererinnen den technokratischen Feldherrenblick auf die (Netz-)Welt
vermeiden, sondern sich im Gegenteil selbst als Teil des Netzes verstehen
und ihre eigene Funktion darin sehen, Software so zu gestalten, daß
sie nicht nur für die Nutzerinnen gut zu verwenden ist, sondern auch
das Netz als sozialen Raum achtet, also beispielsweise nicht alle technischen
Funktionen bis zur Grenze der Belastbarkeit des Netzes ausreizt.
FAZITUm die Netze zu einem Ort für Frauen zu machen, reicht es nicht, wenn mehr Frauen in den Netzen vertreten sind oder wenn mehr Themen, die Frauen interessieren, ins Netz gebracht werden. Frauen müssen notwendigerweise auch an der Gestaltung des inhaltlichen Angebots, der Organisation der Netzstruktur und an der Gestaltung der Technik / Software arbeiten.Schließlich wäre es wundervoll, wenn Frauen die Datennetze nicht als andere, ihnen fremde Welt, als Cyberspace ansähen, sondern die Netze in ihr Leben miteinbeziehen und ihre Lebenserfahrungen wiederum in die Netze miteinfließen lassen - auf allen Ebenen. Tips zum Weiterlesen: * Band 3324
* Keller, Evelyn F:
KURZBIOGRAPHIERena Tangensist Künstlerin und lebt und arbeitet in Bielefeld. Sie war 'artist in residence' in Kanada. Zu den Datennetzen kam sie durch eine Performance mit dem Chaos Computer Club. Sie ist Kuratorin der monatlichen Kultur- und Technologie-Veranstaltungsreihe 'Public Domain' und Mitbegründerin der BIONIC MailBox in Bielefeld. Seit 1990 arbeitet sie mit an der Programmgestaltung für ZERBERUS. Rena Tangens ist erreichbar c/o Art d'Ameublement, Marktstr.18, D-33602 Bielefeld oder per electronic mail als rena@bionic.zerberus.de Weitere Infos im InfoKlick unter http://www.foebud.org/art/
[1] FemNet: Frauen erobern MailBox-Netze [2] WOMAN: Women only mail and news [3] ip-Paket: ip heißt Internet Protokoll; ein ip-Paket ist ein Datenpaket, sozusagen die kleinste Einheit, die im Netz übertragen wird. Veröffentlich in: Hooffacker, Gabriele;Tangens,
Rena: Online-Guide Frauen & Netze, Findig reisen in den Netzen. (rororo
computer), (rororo Sachbuch, 19873), Rowohlt TB, 07/1997, Kt, ISBN 3-499-19873-8,
18,90 DM (18,- SFr, 138,- ÖS)
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